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24 Dezember, 2008 15:51
Eine kleine Weihnachtsinfo!!!!
Hallo meine Lieben!!!!
Fröhliche Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Jahr 2009 wünsche ich euch!!! Ich hab mich jetzt leider schon ziemlich lange schon nicht mehr um den Bog gekümmert, mir fehlt einfach die Zeit, lange Artikel zu schreiben. Hier aber einige Erinnerungen von einer AFS-Reise zum Titikakasee, außerdem hab ich in den letzten Wochen mit Straßenkindern gearbeitet, aber dazu nächstes Jahr mehr!!! Leider hab ich grade auf meinem Laptop einen Virus, der alle meine Dateien durchsetzt hat und mich daran hindert, Bilder hoch zu laden – dabei hab ich eine ganze Menge, was ich euch gerne zeigen würde. Aber vielleicht nächstes Jahr!!!! Ich fliege morgen früh los nach Santa Cruz (38°C, 2 Mio. Einwohner, Palmen, Pools, Eis, Cafés und Märkte wohin das Auge reicht), und im neuen Jahr dann noch nach Tarija zu meiner Tante. Einige Berichte werden bestimmt folgen!!!! Bis dahin – tolle Ferien und lasst es euch gut gehen!!!
Bis dann!!! Feliz Navidad y feliz Año nuevo!!! Therese
[Allgemein
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24 Dezember, 2008 15:48
Baņando en el Lago Titicaca
Baden im höchst gelegenen See der Welt!!!!
Der Titikakasee: seit jahrtausenden Lebensort verschiedenster Kulturen, vermeidliches Versteck des sagenumwobenen Inkaschatzes, und geografisches Wunder. Am 22. und 23. November hat AFS eine Reise zum höchst gelegenen Süßwassersee der Welt organisiert, eine sehr schöne und interessante Tour zurück ins Reich der Inka und Tihuanaku.
Der Trip begann für alle AFSer Boliviens samstags morgens um 7.00 Uhr. Am Tag vorher waren alle AFS-Gruppen aus Santa Cruz (17-24 Stunden Fahrt), Potosí (12-17 Stunden), Tarija (18-22 Stunden) und den anderen Städten Boliviens angereist und hatten auf eigene Faust La Paz erkundet. Morgens um 7 standen also 50 frierende, müde, verkaterte und unter Höhenkrankheit leidende Jugendliche, mehr oder weniger bereit zur Abfahrt, im AFS-Büro. Zuerst wurden AFS-Jacken als Geschenk ausgeteilt (sollte ich Fotos hochladen können, werdet ihr sie bestimmt sehen – schwarz mit Bolivienfahne) – also lief eine 60-Kopf-große Gruppe auf einmal in identischen Jacken durch die Gegend. Dann wurden alle in Busse verladen und die annähernd dreistündige Reise durchs Altiplano entlang des Titikakaufers, per „Fähre“ (ich hoffe, ich kann die Bilder noch hochladen) und über eine Schnee bedeckte Insel begann. Es herrschten angenehme 20°C, aber in der Nacht können die Temperaturen auch auf unter 0°C sinken, so dass Eis und Schnee nicht unüblich sind. Der Lago Titicaca hat eine Durchschnittstemperatur von etwa 8°C, liegt an der peruanisch-bolivianischen Grenze mit etwa 1/3 seiner Fläche auf bolivianischem Territorium, und auf einer Höhe von 3835 m. Ein Grund für viele „Awayees“ aus anderen, tiefer gelegenen Städten, an Sorojchi, der Höhenkrankheit, zu leiden. Es kam zu heftigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Kreislaufstörungen, einige waren sogar kurz davor, umzukippen – da hilft nur KOKA, KOKA, KOKA!!! (Wirklich wunderbar gegen alle kleineren Probleme, und nicht gefährlicher als Koffein!!) Gegen Mittag kamen wir dann in Copacabana, der bekanntesten Stadt am Lago und Wallfahrtsort für gläubige Bolivianer (fast so schön wie der Strand in Brasilien :-) ) an – sofort wurden wir auf zwei große Boote geladen, mit Essen versorgt, und los ging das zweistündige Schippern zur Isla del Sol (Sonneninsel). Hier konnten wir die jahrtausende alten Ruinen einer Kultur bewundern, die vor den Inka des Titikakasee regiert hat, und uns fragen, wie Kühe, Lamas und Alpacas auf eine Insel kommen oder dort überleben. Dann wurden wir von den Booten auf die andere Seite der Insel gefahren, wo wir aussteigen und für eine halbe Stunde den Berg hinaufklettern mussten (für alle, die von tiefer gelegenen Städten kamen, wirklich schwierig, denn die Luft ist ziemlich dünn und so kommt man innerhalb von Minuten aus der Puste – da wird ein wenig den Berg hoch klettern zum Extremsport.
Dann, schon im Dunkeln, erreichten wir das ziemlich bequeme, kleine Hotel mit süßen, gemütlichen Zimmern. Auf dem Weg zum Essen wurden wir von einem gut in der Dunkelheit versteckten, dreckigen Schwein erschreckt, was – zum Glück eingesperrt – auf dem Hotelgelände rum lief. Nach einer leckeren Titikakaseeforelle (sogar für mich lecker, obwohl ich überhaupt keinen Fisch esse) ging es dann erschöpft aufs Zimmer, wir durften noch ein echtes Altiplano - Gewitter miterleben, was vielleicht wegen der Höhe viel stärker wirkt als in Deutschland, und dann war der Samstag auch schon wieder zu Ende.
Der Sonntag begann mit einem ziemlich überraschenden Rausschmiss aus dem Bett ( nach alter bolivianischer Manier wurde natürlich am Vorabend nichts über Treffpunkt oder Aufstehzeit gesagt, und so wurden wir alle ziemlich unsanft aus dem Bett geschrieen). Nach einem schnellen Frühstück und ein wenig „Richten“ in einem Bad, wo es nur manchmal fließendes Wasser gibt (am Titikakasee lebt man noch ziemlich einfach!!!), ging es dann wieder runter zum Boot und wir setzten auf die Isla de la Luna (Mondinsel, gegenüber der Sonneninsel) über. Dort konnten wir eine weitere historische Ruine begutachten, wir wurden mit Mittag (Lamafleisch, Yuka und Ají) versorgt und danach kam der Ausruf „Vamos a nadar!!!! Bañamos en el lago titicaca!!!!“ – Baden im Titikakasee!!!! Also ging das große Umziehen los (Glückliche hatten Badesachen dabei, andere (wie ich) gingne in ganz normalen Klamotten baden), auf drei rannten alle ins eisig kalte Wasser, es wurde geschwommen, getaucht, gesprungen und ins Wasser geschubst. Das Wasser der Lagos ist wirklich unheimlich schön, kristallklar, viel erfrischender (weil eisig kalt) als die Ostsee, wenig Algen, bei 7 m Tiefe Sicht bis auf den Grund und wenig Dreck – wirklich ein Traum, selbst für Ostseekinder!!! Ich bin im Endeffekt eine halbe Stunde im 8°C kalten See geblieben, bis wir alle einige Teile unseres Körpers nicht mehr spüren konnten und einige Male authentisch die Schlussszene von Titanic nachgespielt hatten (irgendwann fängt mal wirklich an, stotternd und abgehakt zu reden, auch wenn man sich total konzentriert)!!!Also hieß es „Alle raus aus dem Wasser!“ („Todos salgan del agua, por favor!“), wir enterten (und quasi kenterten) die Boote, und fuhren zurück nach Copacabana. Dort hatten wir noch ein wenig Zeit zum Souvenir shoppen und Kirche besichtigen, dann mussten wir leider schon wieder in die Busse und es ging weitgehend ohne Zwischenfälle (außer eine Busladeluke voll Erbrochenes) wieder zurück nach La Paz – eine kurze, aber ziemlich witzige und aufregende Reise!!!! Und wer kann schon sagen, er sei mal im Titikakasee geschwommen???
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24 Oktober, 2008 22:16
Meine erste Reise
Während die Comenius-Gruppe letztes Wochenende nach Tschechien aufgebrochen und dort hoffentlich viele neue Leute kennen gelernt hat, eine Menge Spaß hatte und auch etwas von Tschechien gesehen hat, bin auch ich hier im fernen Bolivien meine erste Reise angetreten: ein langes AFS-Wochenende, in dem wir erst nach Cochabamba, die drittgrößtes Stadt Boliviens, und dann für 2 Tage in den Urwald gefahren sind – und ich hab nur eine Beschreibung für diese Reise: EINFACH HAMMER (Das kann zwar auch daran liegen, dass mein Deutsch hier rapide nachgelassen hat, aber es war wirklich richtig toll!!!!)
Es war wirklich eine tolle Reise, wenn auch mit anfänglichen Hindernissen: einen Tag vor der Abreise wurde uns doch schon mitgeteilt, dass wir reisen werden und was wir brauchen, zwei Stunden von Abfahrt dann, wohin die Reise überhaupt geht – manchmal vermisse ich deutsche Ordnung wirklich sehr. Auf jeden Fall haben wir es irgendwie alle geschafft, Donnerstagabend um 10.30 Uhr alle mit mehr oder weniger gepackten Koffern in einer Flota, einem sehr bequemen Nachtbus, nach Cochabamba zu sitzen. Diese Flota hat uns dann innerhalb von 8 Stunden – pünktlich zum sehr schönen Sonnenaufgang in den Bergen – nach Cochabamba gebracht, wo wir uns mit noch mehr aufgedrehten AFSern getroffen und erstmal gefrühstückt haben. Dann ging es los zum Stadtrundgang, der mit einem Aufstieg zur riesigen Christusfigur auf einem Berg über der Stadt endete. Nach dem Mittagessen ging’s dann weiter, die 35 wilden Awayees, wie AFS uns so süß nennt, wurden in zwei Kleinbusse verladen und es ging weiter Chapare, einer Urwaldregion, die, ganz ungewohnt für Bolivien, annähernd auf Meeresspiegelhöhe liegt (für mich nicht unbedingt angenehm, nach 3 Monaten auf 4 600 m Höhe war die Luft da unten verdammt dick!!! J ). Aus den eigentlich 2 Stunden Fahrzeit wurden 6, es ging auf mehr oder weniger guter Straße durch Wolken, über Hügel und Berge, und irgendwann rein in den riesigen Urwald. Es war einfach nur unglaublich: links und rechts riesige, grüne, undurchdringliche Wände aus Pflanzen, die ich teilweise noch nie gesehen hab, überall Geschrei von Affen und Vögeln, mit abnehmender Höhe auch alle Arten von exotischen Insekten, teilweise echt eklig!!!! Gegen 8 Uhr abends kamen wir dann am Ziel an, ein kleines Dorf mitten im Dschungel, wo für uns vier riesige Ferienhäuser für 8-10 Personen mit je zwei Bädern, zwei Duschen, riesiger Küche und POOL gemietet wurden – einfach geil!!!! Kaum angekommen, haben sich alle die Kleider vom Leib gerissen und sind bei angenehmen 25°C erst mal baden gegangen. Danach ging's zum Abendbrot, und danach haben 35 aufgedrehte AFSer den einzigen Kiosk im Ort gestürmt und alles, was auch nur 1% Alkohol enthielt, mitgenommen – die arme Kassiererin wusste gar nicht, was los war, aber nach 5 Minuten hatte mindestens jeder zweite Junge eine Palette Bierdosen und wahrscheinlich noch Tequila oder Singani dabei, und die Mädchen waren auch nicht viel anders … sehr korrekt fand ich, dass unsere so pflichtbewussten Betreuer die ganze Zeit daneben gestanden und am Ende die Reste gekauft haben – das sind AFS-Wochenenden!!!
Wieder im Hotel angekommen, ging die Poolparty mit viel Alkohol weiter – bis morgens um 3 im Pool, danach auf dem Gelände … war sehr witzig, bis sie dann alle um 7 Uhr morgens wieder aufstehen mussten. Dann gab es ein schnelles, verschlafenes und unter Umständen auch verkatertes Frühstück, und weiter ging’s – mit den Bussen direkt in den Urwald, wo irgendwo ein Nationalpark war, in dem eine Führung für uns stattfinden sollte. Bis wir diesen Park allerdings gefunden haben, dauerte es noch eine halbe Stunde, in der wir an Orten vorbeigekommen sind, wo das Wort „Zivilisation“ überhaupt keine Bedeutung hat: eine kleine Hütte direkt im Urwald, ohne Straße oder Auto, eine halbe Stunde vom nächsten Dorf oder Kiosk entfernt. Die Kinder spielen direkt im Dschungel, von einem Mammutbaum zum anderen werden Wäscheleinen gespannt, das Essen in Form von Geflügel läuft einfach irgendwo rum und wird hoffentlich nicht vom nächsten Puma gefressen, von fliesend Wasser oder Elektrizität keine Spur – für Mitteleuropäer wirklich UNVORSTELLBAR!!!!
Unvorstellbar schön war auch die Führung durch den Urwald, die uns erwartete: in kleinen Gruppen wurden wir auf Trampelpfaden durch den Wald geführt, begleitet von einem Hund, der uns einfach nicht verlassen wollte, sogar für uns durch reißende Flüsse geschwommen ist, um dann immerzu voraus zu laufen, im Gebüsch zu verschwinden und dann mit Vollkaracho wieder herauszuschießen, wenn man ihn nicht erwartet hat. Auf der Tour kamen wir an Ameisenhaufen vorbei, deren Bewohner zwischen 2 und 4 cm groß waren, an Termitenbauten, Höhlen von Blut saugenden Fledermäusen, Kokaplantagen, und einfach nur an unglaublicher unberührter Natur – es ist einfach unbeschreiblich!!!
Nach dem Mittag wurden wir dann in eine Art Kletterwald gefallen, wo man sich an in dreißig oder vierzig Meter Höhe befestigte Seile binden konnte, um dann von einem 18 m hohen Turm zu springen und dann nach dem Schaukelprinzip an di fünf Minuten durch den Dschungel z pendeln – verdammt geil!!!! Man hat verdammte Angst, wenn man auf einem 18 m hohen Turm steht, der in Deutschland komischerweise schon längst zusammengebrochen wäre, und dann einfach springen soll – aber es gibt einen unglaublichen Adrenalinrausch!!!! Abends ging dann die Poolparty weiter, aber die – teilweise sehr peinlichen – Einzelheiten erspar ich euch lieber!!! Auf jeden Fall mussten wir am nächsten Tag mal wieder viel zu früh aufstehen, und wenn man in den letzten 4 Tagen täglich weniger als 3 Stunden geschlafen hat, wird jeder Schritt irgendwann zur Qual. Aber unser Tagesprogramm führte uns in einen furchtbar interessanten Naturpark, in dem von Zoos, Straßenhändlern und Schwarzmarktverkäufern misshandelte Tiere wieder aufgewildert werden – und in Bolivien sind solche Tiere alle Arten von Affen, die tropischsten Vögel, aber auch alle Arten von Katzen: Pumas, Berglöwen, Ozelote, … Diese Tiere wurden denn dort entweder in frei gehalten, oder sie wurden von freiwilligen Mitarbeitern „spazieren geführt“, was im Grunde bedeutet, man wird an den Puma/Ozelot/Berglöwen/Bären/… gebunden und muss dann überall dort hin gehen, wo das Tier grade hin will .. und auch in seinem Tempo. .Nicht zu vergleichen mit Hunde Gassi führen, denn das sieht bei weitem nicht so komisch aus!!!
Leider war am Nachmittag die Reise dann schon wieder zu Ende, wir wurden alle wieder in die Busse verladen, auf der Fahrt hat keiner ein Wort geredet sondern alle nur geschlafen, es ging erst nach Cochabamba und dann im Nachtbus wieder zurück nach La Paz, wo wir von einer wütenden Indio-Menge empfangen worden – Die Indigenen haben gegen die neue Verfassung demonstriert, was bedeutete, dass etwa 1 MILLION Demonstranten nach La Paz kamen, ein wenig Unruhe gemacht haben, Dynamitstangen in den Außenwänden des Parlamentsgebäudes gezündet haben … Bolivien ist wirklich immer für eine Überraschung gut!!! Zum Glück sind wir aber alle wieder gut angekommen, und Montagmorgen um 7, wo glücklicherweise keine Schule war, war auch unsere Reise wieder zu Ende!!
Die Reise war wirklich unglaublich und unvorstellbar, aber ich werde mal versuchen, in den nächsten Tagen Bilder hoch zu laden, damit ihr vielleicht einen kleinen Eindruck von dieser Reise bekommt!!!! Ich hoffe, die Tschechienreise war nicht weniger aufregend, und hoffe auch, ihr meldet euch mal wieder und haltet mich über das Neuste aus Deutschland auf dem Laufenden!!!
Also, bis zum nächsten Mal!!!
Liebe Grüße
Therese
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14 Oktober, 2008 20:46
Bailando Caporales ...
Hallo ihr Lieben!!!
Also, da es ja jetzt schon eine ganze Weile her ist, dass ich das letzte Mal geschrieben habe, dachte ich, ich halt euch mal wieder auf dem Laufenden …
Bolivien ist immer noch toooooootal geil, ich bin inzwischen fest überzeugt, gar nicht mehr zurück zu wollen!!! Leider MUSS ich aber, aber das hat noch 8 Monate Zeit! Das Leben hier ist immer noch total anders als in Deutschland, viel viel erlebnisreicher und lustiger, es wird einfach nie langweilig!!! Anfang Oktober habe ich mit einem Tanzkurs angefangen, denn wo kann man besser Tanzen lernen als in Lateinamerika, und es macht echt total viel Spaß!!! Dreimal die Woche eine Stunde Moderne Tänze, meine Tanzlehrerin ist total lieb und kann Regionen ihres Köpers bewegen, die ich glaub ich noch nicht mal besitze … HAMMER!!!!
Außerdem hatten wir auch in der Schule einen Tanzkurs, aber Folkloretänze: dadurch, dass Bolivien eine Mischkultur aus Indigenen und Nachfahren der Spanier ist, gibt es hier unheimlich viele traditionelle Tänze, Kleidungsstücke, Gerichte, Musik, Kunst … also ungefähr auch 30 Folkloretänze. In der Schule war ein Folklorefestival, und so musste jeder Kurs einen Tanz lernen, eine Choreografie einstudieren und sie dann beim Festival (Sonntag, 12. Oktober) in Kostümen vorführen. Unser Kurs hat Caporales getanzt, dass ist ein lateinamerikanischer Sklaventreibertanz, sehr schön, sehr rhythmisch, die Männer/Jungs tragen einen Anzug mit Stiefeln und tanzen (oder vielmehr springen) sehr kraftvoll, sie stellen die Sklaventreiber da. Die Mädchen haben die tolle Aufgabe, den Zug zu begleiten und für die Männer so angenehm wie möglich zu machen, daher könnte man praktisch sagen, der einzige Sinn für Mädchen, Caporales zu tanzen, ist es, die Hüften so stark zu bewegen, dass der viel zu kurze und sehr aerodynamische Rock hochfliegt und man alles drunter sieht … super toll!!! Ihr könnt euch ja gerne mal die Fotos vom Tanzen ansehen, sind in dem Album … sehr freizügig. Es macht eigentlich Spaß, zu tanzen, man fühlt sich aber sehr beobachtet!!! J Aber ich hab’s überlebt!!!!
Am Wochenende haben wir unseren ersten AFS-Ausflug nach Cochabamba, eine 6 Stunden entfernte Stadt. Bis jetzt konnte uns aber immer noch keiner sagen, wie wir dort hin kommen, wo wir schlafen, was wir machen, mit wem wir was machen … das wird diese Woche organisiert … so ist Bolivien!!!
Ab dem 17. November beginnen hier die Sommerferien, die glatte drei Monate bis Mitte Februar gehen!! Ich werde die Zeit wohl nutzen, um kreuz und quer durch das Land zu reisen, die Anden zu erkunden, den Amazonas zu beschippern, in den Urwald zu fahren, in der Salzwüste zu campen, im Titicacasee zu baden … all solch schöne Sachen!!! Ich halt euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!!!
Also, bis zum nächsten Mal!!! Schreibt doch mal und haltet mich auf dem Laufenden, was so in Deutschland passiert!!!!
Besos
Therese
[Allgemein
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17 September, 2008 21:28
Neues aus Bolivien!!!
Hallo ihr Lieben!!!!
Viele, viele liebe Grüße aus dem im Moment ziemlich kalten, bewölkten La Paz!!! Hier ist zwar im Moment Frühling, aber es beginnt grade die Regenzeit, und so ist das Wetter hier ziemlich grau, verhangen, verregnet und kalt … wie der Herbst in Deutschland. L L L
Hier passiert im Moment eine ganze Menge, Bolivien ist im Moment nicht so ganz ruhig, ich glaube, es kam auch in den deutschen Nachrichten … einige Departomento Boliviens wollen mehr Autonomie, die der Präsident ihnen aber nicht geben will, und deswegen gibt’s im Moment in einigen Teilen des Landes ziemliche Unruhen, Straßen in andere Teile des Landes wurden blockiert und mit Steinen, Schlamm und Sand zugeschüttet, damit keine Waren in die anderen Regionen des Landes kommen, die Flughäfen sind gesperrt, die Menschen sind den ganzen Tag auf der Straßen … .seit etwa einer Woche greift auch das Militär ein, es sind etwa 30 bis 40 Todesopfer offiziell gemeldet, es sollen aber viel mehr sein, überall Gewalt, Verletzte, Tote … zum Glück ist es nicht La Paz oder die ganze Region, es ist eher das Tiefland, also bin ich ziemlich weit davon entfernt … in meiner Region werden bloß langsam Lebensmittel, Benzin, Gas und Öl knapp, alles wird teuer, jeder ist mit Hamsterkäufen beschäftigt … aber die Bolivianer sagen, das geht innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen vorbei, so was gibt’s hier öfters mal … Hammer!!! Aber ich bin nun mal nicht in Deutschland (und ich fühl mich hier so wohl, eigentlich will ich gar nicht mehr zurück)!!!
Außerdem hat Bolivien in der letzten Woche den amerikanischen Botschafter aufgefordert, das Land zu verlassen, es gibt Streitigkeiten wegen dem Öl oder so was in der Art … auf jeden Fall haben die Amis jetzt auch den bolivianischen Botschafter rausgeschmissen, in Venezuela läuft grade das Gleiche … ziemlich komisch, aber das ist Lateinamerika!!!! (ich hab gehört, wir haben jetzt einen Kolumbianer in der Klasse, ihr könnt den ja mal fragen, wie das mit der Politik hier so ist … J J J )
In der Schule hab ich mich jetzt so weit eingelebt, gestern ist mein 10 – kg – Paket mit den Schulbüchern angekommen (oder zu mindest die Hälfte der Bücher und der Rest Süßigkeiten), also hab ich jetzt zu mindest was in der Schule zu tun … die Umstände bei uns in der Schule sind immer noch die gleichen, neulich sind unsere Jungs dazu übergegangen, die Scheiben von unserem Klassenzimmer mit Steinen einzuwerfen, und unsere Eingangstür vom Klassenzimmer klemmt, also steigen wir regelmäßig durch das – jetzt ersetzte – Fenster ein und aus … auch die Lehrer!!!! Ich hab mit dem Handy ein Video gemacht, eventuell bin ich irgendwann mal in der Lage, es in den Blog zu setzen, aber andere Fotos von meinem Colegio will ich noch reinstellen!!!! Aber eigentlich kann man sich als Schüler des Richard-Wossidlo-Gymnasiums nicht vorstellen, was hier so abgeht!!!!! (Zum Glück für euch!!!!!)
Am Wochenende fahr ich mit meiner Familie wahrscheinlich nach Arica, Chile, also dirket an die Küste … so langsam vermiss ich das Wasser, hier oben gibt’s leider keine Ostsee (L), aber dafür gibt’s hier eine Menge anderer schöner Sachen!!!!!
Ich war ziemlich lange auf der Suche nach einer Tanzschule (Wo kann man besser Tanen lernen als in Lateinamerika???) und ich schwanke jetzt zwischen Modernen und Folkloretänzen, Jazzdance und Ballet … habe in allen drei Schulen noch Probeunterricht, danach kann ich dann entscheiden … !!! Und ich war die letzten Wochen viel zu beschäftigt, um auch nur ein wenig Heimweh zu kriegen, deswegen ist euer Paket immer noch unangetastet bei mir im Schrank (ich hoffe, es enthält nichts Verderbliches, aber ich glaube, das hätte ich schon bemerkt … J ) !!!!
Wie läuft’s bei euch in Deutschland??? Was passiert so schönes im neuen Schuljahr??? Neue Lehrer, neuer Stundenplan, neue Zeiten??? Würde mich echt freuen, mal wieder was von euch zu hören!!!!
Viele liebe Grüße
Denk an Euch
Therese
[Allgemein
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26 August, 2008 22:00
Schule
Meine neue Schule
Seit einer Woche nun bin ich hier in Bolivien in der Schule, auf dem „Loretto Colegio“ in der Klasse „Tercero A Prepromocíon“. Der Anfang war ziemlich schwer, aber ich konnte mich sehr schnell eingewöhnen.
Der erste Tag war, verständlicherweise, nicht ganz einfach: ich war schrecklich aufgeregt, denn ich musste mich allein mit meinen wenigen Spanischkenntnissen durchbeißen. Nach einer halben Stunde Wartezeit wurde ich erst durch die Schule und dann in die Klasse geführt, wo grade Englischunterricht war. Die Lehrerin war sehr nett und hat mich gleich auf Englisch begrüßt. Der Klassenraum an sich war ziemlich klein, viel kleiner als bei uns in der Schule, und reingequetscht war eine Tafel, ein Lehrertisch und etwa 30 dieser Stühle mit Schreibaufsatz. Außerdem etwa 25 Schüler, eine davon eine andere Deutsche von AFS, Sarah.
Die Klasse selbst ist furchtbar nett und wirklich gaaaanz anders als in Deutschland. Alle, vor allem die Mädchen, kamen gleich auf mich zu, jeder hat mich gefragt, ob mir Bolivien und La Paz gefallen, wie es mir hier geht, ob ich tanzen gehen will usw. Obwohl die Schüler hier alle Englischunterricht haben, verstehen die meisten nur sehr wenig und sprechen so gut wie gar kein Englisch, also musste ich Spanisch sprechen. Aber langsam und stotternd, teilweise auch mit Händen und Füßen, konnte ich antworten!!! J J J
Der Unterricht an sich ist hier vollkommen anders: Ich habe täglich Schule von 8.30 Uhr bis 13.35 Uhr, 8 Stunden à 35 Minuten. Ich habe am Morgen vier Stunden ohne Unterbrechung, dann eine längere Pause von 25 Minuten, und dann noch einmal 4 Stunden ohne Pause. Die Stunde beginnt damit, dass der Lehrer reinkommt, manchmal verliest er/sie eine Anwesenheitsliste, manchmal werden Hausaufgaben (wenn es überhaupt welche gibt) eingesammelt oder kontrolliert, und meistens passiert dann nicht viel mehr. Der Unterricht ist sehr, sehr langweilig und es wird sehr selten was gemacht, also machen die Schüler alle, was sie wollen: quatschen, laut auf dem Handy Musik hören, telefonieren, SMS schreiben, Fange spielen, Sachen werfen, tanzen, aus dem Raum laufen, tanzen, im Raum Fußball spielen, im Raum rauchen … es ist wirklich ziemliches Chaos!!!! Viel zu lernen gibt es unter diesen Umständen nicht, in der gesamten Woche, die ich bis jetzt in der Schule war, wurde nicht einmal etwas notiert (denn ich hätte versucht, es ebenfalls zu notieren), es gab keine Hausaufgaben in dieser Zeit und die Schüler haben in der ganzen Woche vielleicht so viel gelernt wie wir (in Deutschland) in drei Schulstunden. Die Lehrer stört meistens gar nicht, was die Schüler machen, sitzen nur rum oder sind gar nicht in der Klasse. Nur der Physik- und der Matheunterricht sind anders, denn die Lehrer dort sind furchtbar streng, schmeißen die Schüler raus, wenn sie Probleme machen, lassen sie nicht in den Klassenraum, wenn sie zu spät sind. Schreiben 0 Punkte ein (ähnlich wie eine 6 bei uns) und so weiter und so weiter!!!
Der restliche Unterricht (wenn es denn welchen gibt) ist mehr oder weniger einfach, ich versteh ein wenig, es kommt meist auf das Fach an. Trotzdem ist die Schule sehr langweilig, ich verbringe meinen gesamten Tag mit SMS schreiben, lesen (Harry Potter auf Spanisch), malen, quatschen, … es ist echt langweilig. Ich vermisse schon meine Schulbücher aus Deutschland, die in ungefähr drei oder vier Wochen per Post kommen werden, denn dann hab ich in der Schule endlich was zu tun.
Ähnlich chaotisch wie der Unterricht ist auch meine Schule: 400 Schüler von ganz klein bis Abschlussklasse (wie bei uns Gesamtschule), das Gebäude alt und ein wenig verwahrlost (ich bin nun mal in Bolivien). Beispielsweise ist die Tür zu unserem Klassenzimmer ein wenig launisch, einen Tag geht sie auf, den anderen nicht, was bedeutet, dass wir (und auch unsere Lehrer) durch das Fenster rein- und wieder rausklettern müssen…jeder Tag ein neues Abenteuer.
Einen großen Unterschied gibt es noch zwischen deutscher und bolivianischer Schule: SCHULUNIFORM!!!! Alle Schüler tragen die gleiche Kleidung, auf jeder Brust schimmert das Schulwappen. In meiner Schule gibt es eine Gala- und eine Sportuniform. Beide sind hell- und dunkelbraun, die Galauniform mit mehr oder weniger kurzem Rock, weißer Bluse und Jacke, die Sportuniform im Winter mit langer Hose und Pullover, im Sommer mit T-Shirt und Shorti.
Ich war die Woche vom 11. bis zum 15. August in der Schule und fühle mich schon ziemlich geborgen in der Klasse. Diese Woche (18. bis 22. August) ist Reforzamiento, was bedeutet, dass am Ende des Trimesters die Schüler, die Kippe stehen, nachgeprüft werden, und alle anderen (auch ich) können zu Hause bleiben. Also fast Ferien. Richtige Ferien bekomme ich im November oder Dezember, am Ende des dritten Trimesters, wenn hier Sommer ist. Dann heißt es ganze 3 MONATE Sommerferien!!!! Ich freu mich schon drauf!!!!
Wie auch immer, da ihr ja (noch) Sommerferien habt, hoffe ich, ihr genießt eure freie Zeit und denkt noch nicht an die Schule …
Liebe Grüße aus Bolivien!!!
Schreibt mal!
Denk an euch!!!
Therese
[Allgemein
]
05 August, 2008 18:36
Noch mehr Eindruecke ...
Hallo ihr Lieben in Deutschland!!!
Wieder einmal liebe Grüße aus Bolivien!!! Ich bin jetzt seit zwei Wochen hier, und habe mich schon fast an La Paz und meine neue Umgebung gewöhnt!!! Das Leben hier ist wirklich toootal geil!!!
Im Moment kann ich noch nicht zur Schule gehen, habe so zu sagen auch Ferien, und muss nur jeden Tag für drei Stunden einen extrem langweiligen Spanischkurs besuchen, den ich aber auch irgendwie meister!!! Unser Lehrer ist etwa 78 bis 80 Jahre alt und sieht den Unterricht mehr als eine Chance an, sich selbst Deutsch beizubringen, als Spanisch zu unterrichten … dementsprechend verbringen wir die Zeit quatschend, Zettelchen schreibend und (fr)essend!!! Danach habe ich den ganzen Tag Freizeit, die ich meist in der Stadt shoppend oder Café trinkend verbringe … es ist unglaublich, wie viel man in Bolivien einkaufen kann und wie wenig man bezahlt!!! Zwei Beispiele:
An meinem zweiten Tag sind wir tanken gefahren, und wir haben für 44 l Bezin 160 Bolivianos bezahlt … nun teile man den Preis durch 11 und man hat den Euro-Preis … geil, oder???? Tanken für 16 Euro!!!
Am Wochenende waren wir essen, in einem argentinischen Restaurant: Preis für ein Rumpsteak (keine Gewichtsangabe, aber garantiert 300 g), komplett und mit Beilagen: 53 Bolivianos!!!! Für nicht mal 5 Euro ein riesiges Rumpsteak!!!
Dementsprechend viel kaufe ich hier auch, mein Konto muss ganz schön leiden, aber es macht wirklich eine Menge Spaß!!
Mein Spanisch ist – sagen wir mal – ausbaufähig. Ich versteh fast alles, was die Leute von mir wollen, aber beim Sprechen haperts noch … allerdings spreche ich noch nicht sooo viel Spanisch, im Unterricht meistens Deutsch und mit meinem Gastbruder Englisch … je schneller ich in die Schule komme, desto besser für mich!!!
Das Essen hier ist total lecker, vor allem Empanadas, kleine, mit Käse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen … allerdings habe ich mir letzten Mittwoch meine erste Magenverstimmung mit allem drum und dran geholt, seit dem ist mein Essen ein wenig eingeschränkt … sowieso erinnert hier viel an Amerika!!! Überall Chips und Kekse, Kuchen und Torten, alles mit furchtbar viel Zucker!!! Die Supermärkte sind besonders toll, das gibt’s ziemlich wenig gesunde Sachen, ganz anders als in Deutschland… und die Pizza mindestens zwei mal in der Woche hilft auch nicht, dünn zu bleiben… J
Aber so bald ich meinen festen Stundenplan habe, werde ich mir auch Hobbies suchen, ich denke auf jeden Fall an Tanzen (Salsa, Reggaeton, Jazz, Ballet, … ) und bolivianisch Kochen …. Alles weitere müssen wir sehen.
Am Mittwoch ist Nationalfeiertag Boliviens und 183. Unabhängigkeitstag, dass heißt überall sind Paraden und Banner, Boliviens Fahne weht an allen Ecken, … und natürlich gibt’s frei!! Wird bestimmt ziemlich lustig!!!
Meine Familie ist echt furchtbar nett, vor allem mein großer Bruder Salim … er kann (zum Glück) perfekt Englisch und hilft mir einfach überall. (Sowieso sind die Manieren hier viel besser, kein Mann (oder Junge) geht vor der Frau (dem Mädchen) durch die Tür, ER bezahlt immer und, und, und, … daran kann man sich echt schnell gewöhnen!!!! ) Sonst haben meine Eltern eine riesige Baustoffkette, was bedeutet, wir haben ein Haus in La Paz, ein Haus in El Alto, zwei Häuser in Santa Cruz, mindestens drei Hausangestellte, 6 Hunde und unzählige Autos … ich weiß immer noch nicht, ob ich schon alle gesehen habe … J J Daher ist das Leben hier ziemlich relaxed und ruhig, so ganz ohne Stress.
Wie sieht das Leben auf der anderen Seite des Erdballs aus??? Ich hoffe, ihr genießt alle eure Ferien!!!!
Also, bis danni
Liebste Grüße aus Bolivien
HEL
Therese
[Allgemein
]
31 Juli, 2008 18:27
Meine ersten Eindruecke
Buenos días!!!
Viele, viele liebe Grüße aus Bolivien!!! Wie sieht das Leben in Deutschland aus??? Ich bin seit Freitag (18.07.2008) in Bolivien, ein echt toooooooooooooooooooooooootal geiles Land mit richtig netten Leuten, und mir geht’s echt super gut!!!
Also, jetzt mal von Anfang an: die Reise nach La Paz war eigentlich relativ gut, der Flug mit Lufthansa im Doppeldecker-Jumbo-Vogel war echt tooooootal komfortabel. Es gab eine richtig geile grüne Karte für die Einreise in die Vereinigten Staaten und mit echt tollen Fragen zum beantworten:
- Leiden Sie an ansteckenden Krankheiten / chronischem Drogenmissbrauch???
- Haben sie schon insgesamt mehr als 5 Jahre in einer Strafvollzugsanstalt verbracht???
- Waren Sie jemals in Spionage, Sabotage oder terroristische Aktivitäten vermittelt??? Waren Sie zwischen 1933 und 1945 in irgendeiner Weise an der Massenverfolgung des Deutschen Reiches beteiligt???
- Sind Sie jemals aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen worden???
- Haben Sie jemals ein amerikanisches Kind der Obhut des Erziehungsberechtigten entzogen und es somit entführt???
- Können sie Immunität von Strafverfolgung beanspruchen (oder: Sind sie ein geschützter, ausländischer Geheimagent)???
Es war wirklich schwer, nicht laut loszulachen!! J
Miami war auch relativ relaxed, unsere Gruppe hat sich gut geschlagen und ist ohne größere Probleme durchgekommen. Der Flug mit Amercian Airlines nach El Alto dann war aber die reinste Katastrophe, die ich zum Glück größtenteils verschlafen hab!! J
Die Ankunft in La Paz war auch ziemlich bemerkenswert, denn von den sehr angenehmen 25°C in Miami ging’s runter auf -5°C, und auch die Höhenluft (auf über 4000 m) war auch ziemlich anstrengend. Aber irgendwie haben wir alles gemeistert!!! Dann ging’s eine Stunde durch ganz El Alto und La Paz zum Willkommenscamp, dass in einer Jugendherbergs-Hotel-Mischung auf einem Berghang über La Paz stattfand. Wir 32 Deutschen, dazu noch etwa 20 Belgier, ein Schwede, eine Australierin, einige Schweizer … hat echt Spaß gemacht. Unsere Betreuer waren echt voll nett und auch die meisten Leute waren tooootal toll. Es gab noch solche schönen Sachen wie Berge klettern über La Paz (natürlich ohne Sicherung vor dem 60 m tiefem Hang, wer braucht das schon???) oder Stierkampf in einem kleinen Aymara-Dorf. Das Essen ist auch toootal toll, vor allem das Frühstück: so etwas wie getoastete Weizenbrötchen mit salziger Butter und Koka- oder anderem Tee. Hat echt geschmeckt!!!
Dann gab’s noch medizinische Untersuchungen für das Visum, echt nicht schön: bei über 60 Personen haben wir zwei Vormittage gebraucht, an denen man nichts essen darf, dafür aber viele böööse spanische Fragen (Schwangerschaft, Drogenmissbrauch, Erbkrankheiten, …) beantworten muss und sich Blut abnehmen lassen musste.
Am Sonntag nachmittag ging’s dann für die La Paz – Gruppe los: ab in die Stadt, um an die Gastfamilie übergeben zu werden … ich war echt unglaublich aufgeregt!!! Nach einer Stunde Fahrt im Kofferraum (KEIN SCHERZ!!!) über Berge und steile Kurven war’s endlich so weit, wir standen vor’m AFS-Büro La Paz… dummerweise konnte ich mich vor Aufregung und Übelkeit nicht mehr auf den Beinen halten!!! J Ich wurde dafür aber super, super herzlich von meiner Gastfamilie empfangen, mit Küssen und Umarmungen, … Echt tootal toll, ich konnte gar nicht aufhören zu heulen! J
Dann nach Hause fahren (wieder die selben Straßen, die kein mitteleuropäischer Magen aushält J), Koffer ausladen, neues zu Hause besichtigen, kurz Essen gehen und dabei mitkriegen, dass man echt kein Wort Spanisch versteht … echt schrecklich!!! Zum Glück kann mí hermano (mein Bruder) Shaling Englisch sprechen, sonst wär ich echt aufgeschmissen!!!
Gestern früh bin ich dann mit meiner mamá und meinem papá zur Arbeit nach El Alto gefahren, wo sie eine große Firma mit riesigem Zweitwohnsitz haben, falls es in La Paz mal Probleme (Demos, …) gibt, was auch ziemlich häufig der Fall ist. Außerdem gibt’s auch ein gemietetes Haus in Santa Cruz und mindestens drei Empleadas (Hausmädchen). Nachmittags ging’s dann ab in die Innenstadt von La Paz, wo ich mit mí mamá shoppen war!
Seit zwei Tagen habe ich Spanischkurs vom AFS, der mich (zum Glück J ) auch noch die nächsten zwei Wochen davon abhält, zur Schule zu gehen!
Was sind die größten Unterschiede zwischen Bolivien und Deutschland??? Erstmal die Tatsache, dass es in Bolivien keine Zentralheizung gibt und es deswegen, vor allem jetzt im Winter und auf 4000 m Höhe, echt kalt ist. Selbst drinnen werden dicke Jacken getragen und man schläft abends mit langen Pyjamas unter mindestens drei Decken, aber auch daran gewöhnt man sich. Daraus folgt allerdings auch, dass es hier kein heißes Wasser gibt, und man gaaaanz viel Geschick braucht, um der Dusche Wasser mit 25°C zu entlocken – allerdings braucht man mit einer kalten Dusche morgens keinen Kaffee und man ist sofort wach!!! J Dann gibt’s hier noch die Kanalisation, die zwar gut funktioniert, doch leider sind die Rohre ein bisschen zu eng, so dass man kein Toilettenpapier mit runterspülen darf … das Papier wird separat im Mülleimer neben der Toilette entsorgt!!!
Aber all das sind eigentlich keine richtigen Probleme, man gewöhnt sich echt schnell dran, und die Umgebung und vor allem die Menschen hier sind so anders als in Deutschland und viel herzlicher, dass man sich wirklich gaaaanz schnell wie zu Hause fühlt! Deswegen ist mein 1.-Hilfe-Heimweh-Set auch immer noch unberührt und nur wenig demoliert (es hat auf dem Flug ein bisschen gelitten, dafür konnte ich aber echt nichts!) bei mir im Schrank. J
Hoffe, euch geht’s gut auf der anderen Seite des Erdballs, genießt eure Ferien und schreibt mal zurück!!
Also, bis danni!!!
Liebe Grüße!Viva Bolivia!!! Therese
[Allgemein
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12 Juli, 2008 18:50
Bald geht es los
Hier startet demnächst der Blog von Maria Therese.