[Allgemein
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05 November, 2008 00:09
Fotos
An alle RWG'ler und Lehrer,
ich stelle heute meinen ersten Fotos on und somit könnt ihr dann auch visuell an meinen Erfahrungen teilhaben.
Viele Grüße aus den USA, in denen es gerade zum Ende der Wahlen geht. Ich bin gespannt, jedoch zeichnet sich ein klares Bild ab. Wir werden sehen...
Hannes
[Allgemein
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06 Oktober, 2008 23:35
Neues Leben in Ohio
...
So, da ich nun Mal wieder Zeit gefunden habe, werde ich euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten.
Wie bereits erwähnt :D kam ja, die für mich erst mal anscheinende Horrornachricht, dass ich nach Ohio umziehen soll. Jedoch hielt der Zustand des Schocks nicht lange an, denn ich erfuhr, dass der Sohn der Familie das letzte Jahr als PPP'ler (Kongress-Bundestag Stipendium) in Deutschland war. Das war der Punkt für mich aufzuatmen und sich zu freuen, denn ich bin ja nun mal PPP'ler für die Staaten und somit freute ich mich schon wieder deutsch zu sprechen und auch die Erfahrungen auszutauschen zu können, denn diese Möglichkeit wird einem nicht oft geboten. Die letzten zwei Tage verbrachte ich damit meine Sachen komplett wieder einzupacken und mir eine schöne Zeit in meiner alten Schule zu machen.
Samstag, 30. August
Nun hieß es sich zu verabschieden- Meine Gastmutter brachte mich bis zur Grenze in Kentucky um dort meine neue Familie, die Rhoads, zu treffen. Es war super interessant mit meinem neuen Gastbruder auf deutsch zu sprechen und ich ahnte dort schon, dass wir uns ziemlich gut verstehen werden. Mein Gasteltern sind wirklich spitze und auch der ganze Rest der Familie ist wirklich etwas besonderes. Das Wochenende bevor die Schule began verbrachte ich mit Hände schütteln, sich vorstellen und Gastgeschenke verteilen, denn die hatte ich ausreichend aus Deutschland mitgenommen, wie z.B. Lübecker Marzipan, Magazine, Bilder und Ostsee-Kitsch.
Nun war es wieder soweit, wieder "The new kid" und wieder eine noch größere Schule. Die CHS-Centerville High School hat 3000 Schüler und allein im Senior Jahrgang sind 800 Schüler. Die erste Woche verlief ich mich glaub ich 20-mal, denn diese Schule wurde in den Sechziger Jahren eigentlich als eine Schule ohne Wände konzipiert. Nun ja, man merkte schnell, dass das nicht ganz so funktioniert und baute sehr provisorisch Wände ein: Folge: Deutsche Austauschschüler finden sich dann in Korridoren wieder die ins Nichts führen!!!! Nun bin ich schon geschlagene 4 Wochen in Centerville Ohio. Meine neue Stadt hat ungefähr 30'000 Einwohner jedoch ist dieser Bereich in Ohio eher ein Stadtband, eine sogenannte Streifenstadt (die Leute, die Geo machen wissen das bestimmt:D), welche sich von Cincinnati (Grenze zu Kentucky) bis nach Dayton entlang zieht und mit der Interstate I-75 verbunden wird, welche sich bis in den Norden an die Grenze zu Kanada langzieht.
Jaa und ich kann nur sagen ich bin immer noch beeindruckt von den Staaten. Vor zwei Wochen war ich mit meinem Gastvater- und bruder in Detroit, MI auf "Kurztrip". Dort besuchten wir unteranderem das Henry Ford Museeum mit historischen Autos wie der Linocoln Limosine in der JFK ermordet wurde. Amazing! Außerdem bin ich ein Eintagsflüchtling gewesen, denn wir waren auch für einen Tag drüben in Kanada.
Da ich euch nun vieles über die positiven Seiten erzählt kommen auch einige andere erwähnens Werte Aspekte. Amerikaner sind ja nicht unbedingt für Weltoffenheit bekannt und somit musste ich mich dann auch mit Fragen, wie "Lebt Hitler noch?" und "Magst du Hitler" auseinander setzen. Selbst mein Health-Science Lehrer fragte mich ob es noch Familien mit dem Namen Hitler gibt und nach seiner Ansicht hat der Unternehmer Schindler die Juden und Behinderten in seinen Fabriken umgebracht. Jaa, zuerst wusste ich immer nicht,ob ich weinen oder lachen sollte. Aber da die meisten Fragen ernst gemeint waren versuchte ich die Haltung zu bewahren und sozusagen Rede und Antwort zu stehen. Auch ein ganz kritisches Thema: Politik und Wahlen. Im Moment wird natürlich kräftig in die Trickkiste gegriffen, damit sich die Bevölkerung auch für die richtigen Präsidenten entscheidet. Meine Familie ist durch und durch republikanisch und es geht sogar soweit, dass mein Gastbruder den Fernseher ausschaltet wenn er Barack Obama im Fernsehen sieht. Ich habe nur gelernt, dass man als eher demokratisch und durch das deutsche System vorbelassteter Austauschschüler lieber den Mund hält, da man schnell auf ihn fallen kann. Hier werden im Moment regel rechte Schlachten mit Fähnchen und Flaggen ausgetraten; "Wer denkt Was" ist in diesen Tagen die Devise. Jedoch denke ich, dass Wahlkampf in den Staaten weniger Sinn macht als z.B. in Deutschland, denn die meisten Wählen Eine von den Zwei Partein seit Ewigkeiten. Eine kleine Geschichtsstunde: Republikanisch, eher vermögend und demokratisch, eher sozial abhängig. Somit ensteht natürlich ein riesiger Spalt zwischen der Bevölkerung. Die Vermögenden wollen ihr Geld sichern und kaum Steuern und die oftmals Bedürftigen wünschen sich höchstmögliche Unterstützung vom Staat.
Auch das Theme Beziehung und Aufklärung wird sehr konservativ betrieben, da ich Health Science absolvieren muss setzen wir uns im Moment mit diesem Thema auseinander. Leider bin ich dort der einizige Zwölftklässler und bin umgeben von 14 bis 15- jährigen. Auch wie aufgeklärt wird unterscheidet sich doch imens vom deutschen Sytem. Ein paar Beispiele: Ein Poster, drauf' steht: "If you think condoms are great then take a look at their failure rate" oder nur Abstinenz ist sicher. Auch der Umgang mit Alkohol wird sehr aktiv betrieben. Ich finde es wird nicht sensibilisiert sondern eher verhetzt und Hexenjagt betrieben und es ist alles von ganz oben. Jedoch muss ich auch sagen, dass diese religiös begründeten Ideen großflächig angenommen werden. Was schon interessant scheint, bei solch konsequenten Vorstellungen.
Zum Ende kommend möchte ich noch anfügen, dass ich unwahrscheinlich froh bin in den Staaten zu sein, jedoch auch mein altes Leben in Deutschland sehr vermisse.
In diesem Sinne liebe und herzliche Grüße ins nasskalte Deutschland. Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche allen RWG'lern und Lehrern ein schönen Herbst.
Alles Gute
Hannes aus den USA
P.S Ich hoffe, dass ich es in den nächsten Wochen noch hinbekomme, Bilder anzufügen, denn im Moment seh ich da noch nicht durch.
[Allgemein
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12 September, 2008 21:38
Mein erster Eintrag!
Liebe Leute daheim im hoffentlich sonnigen Norden,
seit dem 15.08.08 lebe, arbeite und verbringe ich meine Zeit in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Anfang war ziemlich rutschig, denn kaum etwas verlief nach Plan.
15.08: Ankunft in New-York City, JFK Internat'l Airport. Es regnete und ich war ziemlich müde, aber auch unheimlich gespannt was kommen wird. Meine Reise sollte weiter vom Flughafen LaGuardia nach Nashville, TN gehen. Sollte! Da war nur ein kleines Problem: Tornados in Manhattan. Mein American Airlines Flug 15508 nach Nashville wurde erst zweimal nach hinten verschoben bis er dann komplett gestrichen war. Ich musste die Nacht dann in einem, na ja sagen wir Airport nahen Hotel, mit anderen Austauschschüler von AFS verbringen.
16.08.
Schnelles kontinentales Frühstück und ab in den Flieger nach Nashville. Ich war Gott sei Dank nicht alleine. Eine schweizer Austauschschülerin flog mit. Nun war ich da, am Ziel, in Tennessee. Es war unglaublich heiß. Das Quecksilber zeigte über 90° Fahrenheit (ungefähr 37 °Celsius). Ich wurde zu einer Kirche nicht weit vom Flughafen in Nashville gebracht. Wo ich fix fix von der örtlichen AFS Betreuerin zusammen mit dem Schweizer "Mädel" beraten wurde. Problem Nummer Nr. 2: Es fehlte mal wieder ein Formular, was ich angeblich vergessen hätte. Na ja, es stellte sich raus, dass es doch nicht so dramatisch war.
Mitlerweile konnte ich kaum noch ruhig sitzen und wollte endlich meine Familie kennenlernen. Gemäß amerikanischer Manier kamen sie mit zwei großen Autos. Ich war unglaublich glücklich, denn wir verstanden uns im Prinzip ziemlich gut. Den Rest des Tages verbrachte ich damit meine Koffer auszupacken und meine Familie über mein Leben zu berichten. Den Rest von meinen Ferien,welche dann aber nur noch einen Tag dauern sollten, verbrachte ich mit Auto sauber machen, "nach Hause telefonieren" und schlafen....Der Jet Lag zerrte ziemlich doll.
18.08
Erster Schultag, "The new Kid"!
Ich war unglaublich aufgeregt. Es wurde ausgefragt und vorallem geflirtet, denn die amerikanischen Girls fanden den "German Boy" ziemlich interessant.
Die gesamte Woche war ich unglaublich müde und erschöpft- aber glücklich. Die Schule war nicht zu groß aber auch nicht besonders klein. Meine Fächer waren: Biologie Honors (Fortgeschritten), Strenght&Condition (Kraftsportkurs), English Honors und Health Science. Für mich: ein guter Mix (und kein Mathe :D). Die Lehrer und die Schüler waren wahsinnig interessiert in allen Belangen was Deutschland angeht. Und was ganz wichtig war: Freundlichkeit!
Besonderheiten in der amerikanischen Schule: jeden Tag die selben Fächer zur gleichen Zeit, jeder Schüler hat ein eigenes Schließfach, kleine Tische mit integriertem Stuhl, Chewing Gum ist erlaubt und fast jeden Tag ein Test (Multiple Choice).
Mittwoch, 27. August
Ich dachte es bleibt ein ganz normaler Tag. Ich hatte mich sehr gut bei meiner neuen Familie eingelebt und hatte ettliche Freunde gefunden. An diesem Tag holte mich meine Betreuerin von AFS von der Schule ab. Horrornachricht: Ich soll umziehen: Cincinnati, Ohio und das am Besten übermorgen. Ich wollte am liebsten Schreien so laut ich konnte. Ich glaubte es einfach nicht.
Ich wusste zwar, dass meine Familie in TN nur eine Art Übergangslösung war und nur für die ersten paar Monate bestimmt war, jedoch wurde mir von AFS 20-mal bestätigt, dass wenn ich umziehe, dass ich in meiner Stadt und auf meiner Schule bleibe. Und nun?- 300 Meilen in den Norden nach Ohiiiiiiiooooo... Ich hatte keine Lust, nur was blieb mir anderes übrig....
Nun bin ich seit dem 30 August in Centerville in der Nähe von Cincinnati im Süden von Ohio. Andere Kurse, andere Mentalität und eine neue Familie.
So das wars jetzt erst einmal von mir für den Augenblick.
Ich wünsch euch allen ein tolles Jahr und meiner Klasse 12/3 viel viel Glück für die bevorstehenden Prüfungen.
Liebe Grüße aus den USA
Hannes